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Bernet Wohnanlage

1946 befand sich in der Jahnstraße (heute Arthur-Gruber-Straße) bei der Gaststätte Keilbach eine Hinweistafel mit dem Text: „Zur Wohnsiedlung Bernet“.

Dort wurden nach dem 2. Weltkrieg 3 Wohnbaracken aufgestellt für die Unterbringung von Heimatvertriebenen. Außerdem wurde ein Wohngebäude für den Verwalter erstellt, welches auch noch für andere Zwecke, z.B. Besprechungen, Versammlungen usw. genutzt wurde.

Den damalige Verwalter  nannte man auch den „Bernet-Schultes“.

Im Bernet zogen 1946 ca. 30 – 40 Personen ein, welche vorwiegend aus dem Sudetenland kamen. Die Eltern warn Jahrgänge ca. 1905 – 1910, die Kinder waren Jahrgänge ab 1940 – 1942 (Kriegskinder). Später zogen noch 2 – 3 sozial schwache Familien aus Sindelfingen in den Bernet.

Die Baracken im Bernet waren mit Strom versorgt.

Wasser musste am Brunnen geholt werden. Im Sommer gab es hin und wieder Schwierigkeiten, da einfach zu viel gebraucht wurde und nicht genügend da war.

Beheizt wurden die Baracken bzw. Öfen mit Holz. Für das Sammeln von Holz im naheliegenden Wald war ein Holzschein notwendig.

Toiletten waren in Form von Gruben da, welche entleert werden mussten.

Telefon war nicht vorhanden.

Wenn man einen Arzt brauchte, musste man zu Fuß nach Sindelfingen.

Die Lebensmittel-Versorgung erfolgte so, indem alles Benötigte auf einen Zettel geschrieben und zum Lebensmittelgeschäft Klett nach Sindelfingen gebracht wurde. Klett brachte dann die Ware anfangs mit dem Pferde-Fuhrwerk, später mit dem LKW (Holzvergaser) wöchentlich, immer samstags.

Später richtete Frau Jahn einen „Tante-Emma-Laden“ ein, so dass eine Grundversorgung im Bernet gewährleistet war.

Die Schüler mussten zu Fuß in die Schule in der Gartenstraße in Sindelfingen. Eine Wegstrecke betrug 5 km und dann wieder zurück. Später, Mitte der 50er Jahre mussten die Schulkinder nur noch 1,5 km in Richtung Vaihingen gehen. Ab hier fuhren sie dann mit dem Bus nach Sindelfingen. Die Fahrtkosten übernahm die Stadt Sindelfingen.

Ihre Freizeit verbrachten die Kinder und Jugendlichen im Wald mit Indianer-Spielen, Verstecke bauen usw. Aber auch Nützliches wurde getan, z.B. Sammeln von Waldfrüchten, Pilzen, Beeren usw. Manchmal besuchten auch Schulkameraden und Freunde aus der Stadt die Kinder und Jugendlichen im Bernet. Bei Spielen im Wald wurden ab und zu Brand- und Phosphor-Bomben (zum Teil noch scharf) sowie Stahlhelme und andere Kriegs-Utensilien gefunden.

Für die seelsorgerische Betreuung der evangelischen Bernet-Bewohner war die Frau von Pfarrer Hirzel zuständig.

Den katholischen Bernet-Bewohnern diente die naheliegende Bernet-Kapelle als religiöse Heimstatt.

Das Verwalter-Haus ist im Jahre 1961 abgebrannt, wurde aber wieder aufgebaut.

Web Wohnanlage Bernet Bild

Die Baracke schräg gegenüber vom Eingang zur Bernet-Wohnsiedlung wurde abgetragen.

Die Fundamente auf der linken Seite zeigen, dass hier auch ein Gebäude stand.

 

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